Das Wetter in Fürstenzell

Verein für Gartenbau und Landespflege Hacklberg e.V.

        
                  Carol BAIERL  1. Vorsitzende

                Sophienstr.  15,    94034 Passau
                           Tel. 0851-56775
               E-Mail: gerhard.baierl@t-online.de

 

 

 

Impressionen aus Hacklberg

 

(2020) Gartler planen für neue Kindergruppe

Glückwunsch zur Wahl: Vorsitzende Carol Baierl (5.v.l.) mit dem Vorsitzenden des Kreisverbandes für Landeskultur und Gartenpflege Josef Hirschenauer (2.v.l) und dem zweiten Vorsitzenden Daniel Unfried (3.v.r.) sowie OB Jürgen Dupper (Mitte), Die Aufnahme entstand noch vor der Corona-Krise. −Foto: privat

Jahres-Mitgliederversammlung des Gartenbauvereins Hacklberg

Hacklberg: Mit einer gestärkten Vorstandschaft und neuen Initiativen geht der Obst- und Gartenbauverein Hacklberg in die nächsten Jahre. Dies kann als Resümee der Mitgliederversammlung gezogen werden. Zu dieser begrüßte die kommissarische Vorsitzende Carol Baierl im damals vor der Coronakrise noch voll besetzten Saal des Gasthauses Vogl auf der Ries insbesondere auch den Vorsitzenden des Kreisverbands für Landeskultur und Gartenpflege Josef Hirschenauer, die Referentin des Abends Helena Kummer vom Landschaftspflegeverband Passau e.V. und namentlich die Vereinsvorsitzenden Günther Hellwig vom VdK, Helmut Krautstorfer von der Hacklberger Gmoa, Dieter Marzodko vom Eigenheimerverband und Helga Odia-Kausner vom Kath. Frauenbund sowie die Stadträte Sissi Geyer und Andi Rother. Einen Willkommensgruß richtete Carol Baierl auch an P. Edriance Peireira von der katholischen Pfarrei St. Konrad.
Oberbürgermeister Jürgen Dupper hob in seinem Grußwort die Bedeutung des Gartenbauvereins Hacklberg hervor und erinnerte u.a. an den von Ehrenmitglied Hermann Putz initiierten Schulgarten.
Carol Baierl konnte auf ein gelungenes Vereinsjahr zurückblicken. Sie erwähnte die gut angenommenen Fahrten nach Südfrankreich und Kärnten und wies darauf hin, dass es mit Hilfe von Hans Stegmeier gelungen war, die Vereinsverwaltung auf zeitgemäßen Standard zu bringen. Eine ganz besondere Freude sei es ihr, so die kommissarische Vorsitzende, junge aktive Mitglieder gewonnen zu haben, die sich für besondere Aufgaben und Ämter zur Verfügung stellen. So werde es möglich sein, wieder eine Kindergruppe zu gründen, wie sie einmal mit den "Maikäfern" in früheren Jahren bestanden hatte. Mit viel Beifall wurden Franziska Lohner, Andrea Rösch, Tina Schwarzfischer, Sabine Steimer und Martin Ziegler bedacht, die sich dieser Aufgabe widmen wollen. Für die Neugewinnung von Mitgliedern wurde zudem ein ansprechend gestalteter Flyer, gefördert von der Raiffeisenbank im Landkreis Passau-Nord, vorgestellt. Erstmals konnte auch ein Werbebanner mit Motto und Logo des Ortsverbandes präsentiert werden. In der Vorschau für 2020 wies Carol Baierl auf die geplante Pflanzenbörse hin. Außerdem sollen Vereinsfahrten nach Belgien und in den Schwarzwald führen.
Diesen Aktivitäten und insbesondere dem dabei geleisteten Engagement der bisherigen kommissarischen Vorsitzenden zollte Josef Hirschenauer in seinem Grußwort große Anerkennung und betonte, dass die Hacklberger im Kreisverband eine große Stütze sind. Nach dem Kassenbericht von Helmut Windorfer wurde der Vorstand entlastet.
Zur ersten Vorsitzenden wurde Carol Baierl bestellt, zum zweiten Vorsitzenden Daniel Unfried, der sich zuvor als ehemaliger "Maikäfer" unter dem Beifall der Anwesenden sehr positiv zu den Aktivitäten und Zielen des Vereins bekannt hatte. Als Schriftführerin wurde Edith Fuchs wiedergewählt, als erster Schatzmeister ebenfalls wieder Helmut Windorfer. Neu als zweiter Schatzmeister mit dem Schwerpunkt der EDV-Verwaltung bekam nun Hans Stegmeier das Mandat. Als Beisitzer gewählt wurden Irene Madek, Hans Ufer, Anita Windorfer, Norbert Moosburger und Kajetan Fuchs.
Unter Wünsche und Anträge schlug Marianne Krammer vor, der Obst- und Gartenbauverein Hacklberg möge sich auch um die öffentlichen Flächen im Ortsteil kümmern, damit selbst auf den kleinsten Flächen die Blühintensität gefördert und so die Insektenvielfalt unterstützt werde. Stadträtin Sissi Geyer bot sich an, den dazu erforderlichen Kontakt zur Stadtgärtnerei herzustellen, was allseits große Zustimmung fand. Bei dieser Gelegenheit wurde gebeten, die seit langem zerstörte "Felsennische" im Stadtpark wiederherzustellen.
Bevor mit Unterstützung von Oberbürgermeister Jürgen Dupper die Ehrung langjähriger Mitglieder erfolgen konnte, referierte Helena Kummer vom Landschaftspflegeverband Passau e.V. mittels einer Powerpoint-Präsentation über die gebotenen Möglichkeiten, Wiesen und Hecken mit Insekten- und bienenfreundlichen Pflanzen anzulegen. Der Landschaftspflegeverband sei gerne bereit, entsprechend mitzuhelfen, betonte Kummer.
Der Oberbürgermeister gratulierte zur langjährigen Mitgliedschaft und überreichte die Ehrennadel in Silber für 25-jährige Vereinstreue den anwesenden Mitgliedern Elfriede Grünzinger, Elisabeth Osterer und Isolde Theurer. Für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten die Ehrennadel in Gold Norbert Hoffmann, Anna Köberl, Klaus Luther und Heinz Ruland. Mit der Ehrennadel mit Kranz für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden bedacht Erna Gerle, Josefine Stegbauer und Alois Weiss. Josef Hirschenauer, Carol Baierl und Daniel Unfried gratulierten ebenfalls und übergaben die jeweilige Urkunde und dazu ein kleines Blumengeschenk. – kf

Eine Reise mit vielen Höhepunkten 2019

 

Der traditionelle Herbstausflug des Gartenbauvereins Hacklberg führte unter Leitung der komm. Vorsitzenden Carol Baierl diesmal nach Kärnten. Bevor die Ausflügler am späten Sonntagnachmittag die Unterkunft in Millstatt erreichten, erlebten sie bereits gegen Mittag den ersten Höhepunkt. Auf der Malta-Hochalmstraße ging es über enge Kehren und durch schmale Tunnels, vorbei an herabstürzenden Wasserfällen, hinauf auf die höchstgelegene Talsperre Österreichs, dem Kölnbrein Stausee in über 1.900 m Höhe. Bei herrlichstem Sonnenschein bot sich eine die gigantische Aussicht.

Der Montag stand im Zeichen der Seen. Vom Millstätter See ging die Fahrt über den Brennsee und Afritzer See in Oberkärnten vorbei am Ossiacher- zum Faaker- und schließlich den Wörthersee. Ein erster künstlerischer Höhepunkt wurde dabei in Treffen angesteuert. Man besichtigte dort Elli Riehls Puppenwelt mit 700 individuell mit Nadel und Faden gefertigte Stoffpuppen, die Szenen des ländlichen Lebens und der Arbeitswelt vor 50 Jahren darstellen.

Der nächste Höhepunkt bot sich auf dem Pyramidenkogel südlich des Wörthersees mit seinem sehr futuristisch anmutenden Aussichtsturm. Die Aussichtsplattformen ermöglichten einen einzigartigen Rundblick über die dortige Berg- und Seenlandschaft.

An der Wallfahrtskirche Maria Wörth wurde ein kurzer Halt gemacht, bevor man in Velden am Seeufer ein Eis essen oder einen Cappuccino mit herrlichem Blick auf See und Berge genießen konnte. Den Ausflugstag beschloss eine Schiffsrundfahrt auf dem Millstätter See, trotz seiner Tiefe von über 140 m nicht nur der tiefste, sondern auch der wärmste See Kärntens.

Am Dienstag war das Ziel Klagenfurt, die Hauptstadt Kärntens. Eine kundige Stadtführerin erläuterte geschichtliche Hintergründe und brachte den Zuhörern die Schönheiten der Stadt nahe. Mit Interesse wurde vor dem Stadthaus die Blumenuhr wahrgenommen, ein Geschenk aus Bayern, als die Bayerische Landesbank 2007 die Hypobank Alpe-Adria-kaufte. Bei der Besichtigung der Stadtpfarrkirche St. Egid erfuhren die Teilnehmer auch Einiges über die Auseinandersetzungen zwischen den in der Reformationszeit protestantisch gewordenen kärntnerischen Landständen und dem katholischen habsburgischen Landesherrn. Die Besichtigung des Lindwurmbrunnens am Neuen Platz, dem Wahrzeichens der Stadt, durfte natürlich nicht fehlen.

Auch stand der Besuch des Miniaturenparks „Minimundus“ auf dem Programm mit seinen 160 Modellen berühmter Bauwerke, Schiffe und Züge aus aller Welt. Ein einzigartiges Erlebnis dort war auch der Besuch des 4D-Kinos.

Der Abreisetag bescherte dann noch zwei weitere Höhepunkte. Bevor es über die Nockalmstraße mit ihren 52 Kehren und Höhen über 2.000 m ging, stand der Besuch des Bonsai-Museums in Seeboden auf dem Programm. Die Besucher empfing ein japanischer Garten von 15.000 qm, mit Hunderten von Bonsais in unterschiedlicher Größe. Der Besitzer selbst begeisterte die Gartler mit einem eindrucksvollen Vortrag zu Technik und Philosophie der Bonsai- und allgemeinen Gartenpflege.

Nach diesen „wunderschönen Tagen“, so Carol Baierl, bei denen auch das sonnige Spätsommerwetter seinen Anteil hatte,  kam man am Abend des Mittwochs reich an Eindrücken und wohlbehalten wieder in Hacklberg an.

Südfranzösische Impressionen

 

 

Pressebericht zur Jahres-Fahrt vom 20. -27.Mai 2019

 

 „Chapeau! Es war eine wunderschöne Zeit mit euch“ lobte die kommissarische Vorsitzende Carol Baierl die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der diesjährigen Vereinsfahrt. Ziel war diesmal Südfrankreich. War der erste Übernachtungsstopp in Besancon noch von Wolken und Nieselregel geprägt, wurde es, je näher der Bus sich der Rhone entlang der Provence näherte, umso schöner und sonniger. Der weltberühmte Pont du Gard, präsentierte sich bei herrlichstem Sonnenschein.

Dann war Arles erreicht, die erste Hauptstation am Eingang in die Camargue. Am Rande der Altstadt in der Nähe der wichtigen Sightseeing -Punkte wurde Quartier für die kommenden zwei Tage bezogen. Von hier ging es mit einer kundigen Führerin zuerst ins elegante Nimes, wo schon die Kelten und die Römer eine bedeutende Handelsstadt errichtet hatten und vor 300 Jahren der erste öffentliche Park Frankreichs entstand. Selbstverständlich war neben diesem Park der  weltweit besterhaltenste römische Tempel, das sogenannte „Maison carrée“, Ziel der Besichtigung mit seinem modernen Gegenüber, dem Carrée d’Art, einem Museum für moderne Kunst, entworfen vom Architekten Norman Forster. Anschließend ging es dann nach Avignon, wo die Kaffeepause am Ufer der „Grand Rhone“ einen imposanten Blick auf die weltberühmte Silhouette zwischen St. Bénézet-Brücke und Päpstepalast eröffnete. In Arles standen neben den eindrucksvollen Relikten der Römerzeit auch zwei weitere bedeutende Stätten auf dem Programm. Sie erinnern insbesondere an einen der bedeutendsten und bekanntesten Begründer der modernen Malerei, an Vincent van Gogh, so das frühere Krankenhaus „Hotel Dieu“ und das sogenannte „Nachtcafè“ am Place du Forum (eigentlich „Cafèterrasse am Abend“).

Was wäre ein Camarguebesuch ohne Les-Saints-Marie-de -la-Mer, das sich gerade auf die berühmte Zigeunerwallfahrt am letzten Maiwochenende vorbereitete, und ohne die Stadt mit ihren alles überragenden Mauern an den „toten Wassern“, Aigues Mortes? Auch Flamingos, weiße Stiere und schwarze Pferde ließen sich, fast wie bestellt, immer wieder mal sehen.

Die nächste Etappe führte dann an die Cote d’Azur mit den weltbekannten Städten Cannes und Nice/Nizza. Zuvor wurde aber auf der Hinfahrt in Aix-en-Provence Station gemacht, mit ihrer imposanten Kathedrale, dem Rathaus mit den vier Krokodilen und den als Fußgängerzone renovierten „Cours Mirabeau“, der Flaniermeile der Stadt. Quartier wurde bezogen in den Hügeln von Nizza, in Valbonne, zwischen üppigem Grün. Da Grasse in der Nähe war, ließ man es sich nicht nehmen, der Parfum-Fabrik Fragonard  einen Besuch abzustatten. Ein Naturschauspiel besonderer Art bot auch die Besichtigung der Gorges de Loup mit ihren Wasserfällen. Höhepunkte waren zudem die Spaziergänge durch die mittelalterlichen Städte Èze und St.-Paul-de-Vence. Beherrschten sie früher ihr Umland, werden sie heute friedlich von Touristen aus aller Welt belagert.

Selbstverständlich stand auch Cagnes-sur Mer auf dem Programm. Die Partnerstadt Passaus hatte zu einem kleinen Empfang ins Museum Renoir eingeladen (Foto). Im Landhaus „Les Collettes“ dieses berühmten impressionistischen Künstlers wurde die Möglichkeit genutzt, neben ehemaliger Wohnstätte, Atelier und vielen Werken auch den weitläufigen Garten mit den uralten Olivenbäumen und dem schönen Blick auf „Haute-de-Cagnes“ mit dem Grimaldi-Schloß am Horizont zu besichtigen.

Nach den angenehmen sonnigen Tagen entließ uns die Cote d‘Azur am Sonntagmorgen mit Niesel und Nebel, sodass der Abschied nicht so schwer fiel. Mit einem Zwischenaufenthalt in der Nähe des Gardasees kam man mit vielen Eindrücken und ohne Zwischenfälle am späten Montagabend dank der ausgezeichneten Reiseleitung durch die Vorsitzende und der hervorragenden Betreuung durch  den erfahrenen Chauffeur des Reisebüros Niedermayer wohlbehalten wieder in Hacklberg an. (kf)

In einem der artenreichsten Flusstäler Deutschlands


Wanderung des Gartenbauvereins Hacklberg ins Naturschutzgebiet „Halser Ilzschleife“

 

Zur ersten Veranstaltung des Gartenbauvereins Hacklberg in diesem Jahr seit Beginn der Corona Einschränkungen begrüßte die 1. Vorsitzende Carol Baierl am Sonntag, dem 20. September, einem herrlichen Spätsommernachmittag, über zwanzig Teilnehmer*innen am Halser Stausee. Ziel war die Begehung des unter Naturschutz stehenden Flussabschnitts der Ilz bis zur Triftsperre. Als kundigen Begleiter konnte sie vom Bund Naturschutz den Halser Experten Paul Kastner gewinnen. An mehreren Stationen bekamen die Wanderer Informationen über die Besonderheiten von Flora und Fauna, die das Ilztal im Allgemeinen und speziell im betreffenden Flussabschnitt so schutzwürdig machen.

Nach der Begrüßung unter dem Halser Burgberg, erfuhr man auch Interessantes zu kulturellen und historischen Besonderheiten. So etwa, dass Hals bis zur Säkularisation 1803 immer kurbairisch und nie Teil des Hochstiftes bzw. des Abteilandes war, was im österreichischen Erbfolgekrieg 1742-44 zur Folge hatte, dass die Halser Bürger die Burg selber abdeckten, um nicht den Panduren in die Hände zu fallen, die im ganzen kurbairischen Grenzgebiet am Westufer der Ilz die Befestigungen zerstörten. Auch der frühere Fischbestand wurde erwähnt, der sich mit dem Bau des Halser Kraftwerkes 1921 und dann nochmal 1957 mit dem Kraftwerk Oberilzmühle wesentlich änderte.

Bei der großen Liegewiese des Stausees erfuhren die interessierten Wanderer, dass sie sich im Ilztal mit in einem der artenreichsten Flussgebiete Deutschlands befinden. An die 1.300 Arten von Blühpflanzen sind heimisch, eine Folge der drei Flüsse Donau, Inn und Ilz, die über die natürliche Strömung, aber auch durch den Warenverkehr in früheren Zeiten entsprechende Samen von Süden, Norden, Westen und Osten in die Passauer Gegend brachten. Zudem förderte die Standortvielfalt das Wachstum der verschiedensten Pflanzen. Nährstoffreiche Schwemmböden und magere Felskuppen, sonn- und schattenseitige Hanglagen, Nass- und Trockenstandorte lassen sich im Ilztal auf engstem Raum finden. So gedeihen beispielsweise die Alpen-Heckenrose oder die Österreichische Gemswurz, auch der Straußfarn oder die Banater Segge, landläufig (fälschlicherweise) Seegras genannt. Erwähnt, weil unübersehbar, wurden auch Pflanzen, die seit etwa 100 Jahren hauptsächlich über Hausgärtenanpflanzungen sehr dominant auftreten und die heimischen Arten verdrängen wie das Indische Springkraut, der schlitzblättrige Sonnenhut oder der Japanische Staudenknöterich, die sog. Neophyten.

Vorbei an den Fischteichen (die nicht zum Naturschutzgebiet gehören) ging es dann zusammen mit vielen Wanderern, die auch das schöne Wetter ausnützten, in den Baum bestandenen Teil der Ilzleite. Hier machte Paul Kastner aufmerksam, dass der dortige Buchenbestand noch einen Wald-Urzustand markiere, wie er über Jahrhunderte für die hiesigen Gegenden kennzeichnend war. Erst die intensiven forstwirtschaftlichen Aktivitäten im 19. Jahrhundert legten Wert auf die schnell wachsenden Fichten, die nun den Stürmen und Borkenkäfern zum Opfer fallen.

Die Station an der Triftsperre galt der Geschichte des Holztriftens. Verstärkt durch die beginnende Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der Bedarf an Brennholz immer stärker. Der Bayerische Wald war mit einer der größten Brennstofflieferanten. Zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr wurden deshalb über die Flüsse das begehrte Brennholz in Massen zu den Lagerplätzen an den Mündungen geschwemmt bzw. getriftet. Da speziell hier an der Ilz in Hals dadurch auch die vielen Mühlen am Flussufer in Mitleidenschaft gezogen wurden, ließ die königlich-bayerische Forstverwaltung 1827 die Ilzschleifen unter der Burg Reschenstein durch einen Tunnel kurzschließen. Die mit Hilfe von Holzgattern an der Stelle der heutigen Gaststätte gesammelten Holzmassen wurden dann durch den Tunnel geschleust. Der Lagerplatz war das noch heute so genannte Bschütt-Gelände unterhalb der Ilzstadt. Mit Eröffnung der Ilztalbahn 1892 verlagerte sich der Holztransport immer mehr auf die Bahn, was blieb sind die markanten Pfeiler und die Brücke, die heute den Wanderern dient.

Natürlich kam auch die Fauna nicht zu kurz. Nachdem insbesondere die Frage nach Schlangen aufgetaucht war, erfuhren die Zuhörer*innen, dass auf den sonnigen Stellen etwa des Burgberges auch wie am Oberhauser Berg die Äskulapnatter anzutreffen ist. Vorherrschend sind – so Paul Kastner - allerdings Ringelnatter und Schlingnatter. Letztere wird dann leider wegen ihrer auffälligen Zeichnung oft mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Unverwechselbar sind aber die Pupillen: Kreuzotter hat eine Schlitz-, Schlingnatter eine runde Pupille. Von einer mitgebrachten Haut einer Äskulapnatter – Schlangen müssen sich regelmäßig häuten - konnten sich die Zuhörer von deren feinseidigen Haptik überzeugen.

Bis zuletzt hatte sich Paul Kastner dann sein Lieblingsthema aufgehoben: Die Rettung der Flussperlmuschel. Von den „Ilzer Perlen“ ist heute noch die Rede. Und er selbst hatte vor Jahren sogar das Glück, von einem autorisierten Muschelfischer zwei Perlen präsentiert zu bekommen. Aber die Muscheln sind seit Jahrzehnten aufgrund der für sie ungünstigen Umweltbedingungen am Aussterben. Sie brauchen auf jeden Fall sauberes fließendes Wasser, sandigen Grund und den Wirtsfisch Bachforelle. Stehendes Wasser in den Staubecken, über Jahrzehnte verschmutztes Wasser und der Rückgang des Wirtsfisches haben die Existenzbedingungen grundlegend verändert. Seit 2006 hat man nun begonnen über ein öffentlich gefördertes Projekt die Muschellarven zu züchten und Jungmuscheln in Schutzbehältern auszusetzen. Überdies werden derzeit verschiedenen Stellen der Ilz muschelfreundlich renaturiert.

Nach zwei Stunden Wanderung – selbstverständlich in gebührendem Abstand und gelegentlich mit Mund- und Nasenschutz - dabei vollbepackt mit Informationen, die selbst für manche Hacklberger viel Neues brachten, ließ man im Wirtsgarten der „Triftsperre“ den informativen Nachmittag ausklingen. Zuvor noch wurde Paul Kastner von Carol Baierl mit einem herzlichen Dankeschön und einer Flasche Gartenbauverein-Wein unter Beifall der Teilnehmer verabschiedet.