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Verein für Gartenbau und Landespflege Hacklberg e.V.

        
          Carol BAIERL   1. Vorsitzende

                          Sophienstr. 15, 94034 Passau
                               Tel. 0851-56775
                    E-Mail: gerhard.baierl@t-online.de

 

 

 

Impressionen aus Hacklberg

 

Carol Baierl leitet nach Tod von Johannes Steimer den Gartenbauverein Hacklberg weiter

 

 

Hermann Putz zum Ehrenmitglied ernannt

Zahlreiche Mitglieder und Gäste konnte 1. Vorsitzende (komm.) Carol Baierl zu der ersten Mitgliederversammlung seit dem Tod von Vorstand Johannes Steimer begrüßen. Sie zeigte sich erfreut und sah das zahlreiche Erscheinen als Zeichen der Unterstützung und Solidarität. Sie freute sich über die Anwesenheit der Ehrengäste. 3. Bürgermeister Urban Mangold überbrachte die Grüße der Stadt Passau und der 1. Vorsitzende des Kreisverbandes, Herr Josef Hirschenauer sprach in seiner Begrüßung über die Bedeutung der Gartenbauvereine. Ein herzliches Willkommen galt auch Stadträtin Evi Buhmann sowie den anwesenden Mitgliedern, die an diesem Abend für langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden.

In ihrem Nachruf erinnerte Carol Baierl an den im August verstorbenen Johannes Steimer, der im Januar dieses Amt 30 Jahre inne gehabt hätte und dieses mit großem persönlichen Engagement, fachlicher Kompetenz und Einsatz ausführte. Carol Baierl würdigte die Verdienste des Verstorbenen um den Verein, die vielen mit großer Hingabe organisierten Vereinsfahrten und versicherte, dass Johannes Steimer ein ehrendes Andenken bewahrt wird. Der verbliebenen Vorstandschaft sei es ein Anliegen, den Verein im Sinne des Verstorbenen bis zu den nächsten offiziellen Wahlen im Jahr 2020 weiter zu führen.

Im Tätigkeitsbericht des Vorstandes ließ Carol Baierl das vergangene Jahr Revue passieren

 

(2019) Verlässliche Größe im grünen Bereich

Geehrt haben Vereinsvorsitzende Carol Baierl (l.) und Josef Hirschenauer (r.), Chef des Kreisverbands, die Hacklberger Mitglieder Alois Schrimpf (v. l.), Luise Wallerer, Elke Aschenbrenner (für Ehemann Josef) und Albert Ruland. −Foto: Ungeheuer

Jahres-Mitgliederversammlung des Gartenbauvereins Hacklberg

Der Gartenbauverein Hacklberg zählt zu den verlässlichsten Stützen im "Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Passau". Das attestierte ihm Kreisverbandsvorsitzender Josef Hirschenauer bei der Jahresmitgliederversammlung im Gasthaus Vogl auf der Ries.
Exakt 300 Mitglieder, davon 18 im vergangenen Jahr neu gewonnene, zählt zur Zeit der Verein, führte kommissarische Vorsitzende Carol Baierl in ihrem Vorstandsbericht auf. Sie könne auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurückblicken und so das Engagement des 2017 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden Hans Steimer fortführen. Baierl verwies auf den Besuch des Lehrbienenstandes im letzten Frühjahr und auf das äußerst gut besuchte Kaffeekränzchen mit dem "Soizweger Zwoagsang". Bis zum letzten Platz ausgebucht war die traditionelle Vereinsfahrt im Juni, die an die Ostsee auf die Insel Rügen und nach Usedom und Hiddensee führte. Ebenfalls gut gelungen war die Herbstfahrt an den Rhein. Wie immer zählte auch das Erntedankfest zu einem der Highlights, bei dem der Verein die Kirche St. Konrad schmückte. Einen Riesenandrang konnte auch die Herbstfeier verbuchen, die mit dem Referenten Hans Göttler und der musikalischen Umrahmung durch Christian und Monika Vordermeier bei den Mitgliedern großen Anklang fand. Zuletzt wurde noch erwähnt der gut besuchte Baumschneidekurs (wie bereits berichtet) mit Kreisfachberater Josef Anetzberger im Garten von Sabine Bachinger.
Neben den Veranstaltungen sind aber auch vereinsorganisatorische Anforderungen gemeistert worden. So konnte Hans Stegmeier für die Mitarbeit im Vorstand gewonnen werden, der sich verstärkt sowohl um den Ausbau der Internetkommunikation als auch um die Belange des Datenschutzes kümmert. In Vertretung des krankheitsbedingt verhinderten Kassiers Helmut Windorfer trug er den Kassenbericht vor. Seitens der Kassenprüfer Irene Madek und Norbert Moosbauer wurde eine solide Kassenführung bescheinigt und die Entlastung des Vorstands vorgeschlagen. Diese wurde einstimmig per Handzeichen gegeben.
Da die bisherige langjährige Schriftführerin Anita Windorfer gebeten hatte ihr Amt abzugeben, wurde eine Nachwahl nötig. Als Kandidatin konnte Edith Fuchs gewonnen werden, die unter Aufsicht von Kreisvorsitzenden Josef Hirschenauer einstimmig zur neuen Schriftführerin gewählt wurde.
Für das laufende Vereinsjahr werden neben den traditionellen Vereinsaktivitäten und -fahrten – dieses Jahr nach Südfrankreich und nach Kärnten – Anregungen seitens der Mitglieder in das Arbeitsprogramm aufgenommen. So will man sich passend zu den Anliegen des Volksbegehrens mit dem Thema beschäftigen, wie man im Privatgarten die Insekten bei der Nahrungssuche unterstützen kann. Zudem soll dem Wunsch nach mehr Informationen zum biologischen Pflanzenschutz, zum Pflanzenkauf aus biologischer Anzucht und zur Verwendung von organischem Dünger Rechnung getragen werden. Außerdem soll eine Tausch- und Pflanzenbörse organisiert werden.
Zudem galt es wieder eine Reihe von langjährigen Mitgliedern zu ehren: für 25 Jahre Mitgliedschaft Günther Kleiner, Eberhard Malchow, Alois Schrimpf, Luise Wallerer und Renate Lischke. Für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielt aus der Hand des Kreisverbandsvorsitzenden die Goldene Ehrennadel Anna Danzer. Die Ehrennadel mit Kranz erhielten für 50 Jahre Mitgliedschaft Josef Aschenbrenner, Helmut Eineder, Karl Hasinger, Albert Ruland, Gudrun Schlögl und Ingrid Wagner.

Die Mitgliederversammlung schloss mit einem Powerpoint-Vortrag des Geschäftsführers der Lebensgemeinschaft Langlebenhof Viktor Merkinger, der zum einen das Gesamtprojekt vorstellte und zum andern die Produkte der angebauten Aroniabeere und deren gesundheitsfördernde Wirkung erläuterte. − red

(2018) Ehrungen beim Hacklberger Gartenbauverein

Viele Mitglieder konnte die kommissarische Vorsitzende Carol Baierl bei der Jahreshauptversammlung des Hacklberger Gartenbauvereins für langjährige Mitgliedschaft ehren. So konnten 33 Mitglieder für 25 Jahre Treue zum Verein die Silbernadel in Empfang nehmen,  4 Mitglieder erhielten die Goldnadel für 40 Jahre Zugehörigkeit und 22 Mitglieder wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft mit der Goldnadel mit Kranz ausgezeichnet.

Bürgermeister Urban Mangold und Kreisverbandsvorsitzender
Josef Hirschenauer überreichten die Ehrenurkunden, mit denen den Mitgliedern Dank und Anerkennung für die Unterstützung der gemeinnützigen Aufgaben und Ziele der Gartenbauvereine zuerkannt wurde.       

Eine besondere Auszeichnung wurde Hermann Putz zuteil. Eben noch für 50 Jahre Mitgliedschaft geehrt, wurde Hermann Putz für seine besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Hermann Putz leitete von 1980 – 1988 den Verein mit Leidenschaft und konnte in dieser Zeit über 200 Mitglieder gewinnen. Unter seiner Regie entstand der Hacklberger Schulgarten und vielen Generationen von Kindern wurde seither in dieser wertvollen Einrichtung die Liebe zur Natur nahe gebracht. Unter seiner Vorstandschaft wurde der Grundstein für die heute so beliebten Mehrtages-Fahrten gelegt, die damals nach Berlin, Paris und Budapest führten.

Frau Elfriede Lang, 1. Vorsitzende des Gartenbauvereins Untergriesbach informierte die Anwesenden in einem interessanten Vortrag über Bienen, Natur und Rosen im heimischen Garten.

Eine Reise mit vielen Höhepunkten 2019

 

Der traditionelle Herbstausflug des Gartenbauvereins Hacklberg führte unter Leitung der komm. Vorsitzenden Carol Baierl diesmal nach Kärnten. Bevor die Ausflügler am späten Sonntagnachmittag die Unterkunft in Millstatt erreichten, erlebten sie bereits gegen Mittag den ersten Höhepunkt. Auf der Malta-Hochalmstraße ging es über enge Kehren und durch schmale Tunnels, vorbei an herabstürzenden Wasserfällen, hinauf auf die höchstgelegene Talsperre Österreichs, dem Kölnbrein Stausee in über 1.900 m Höhe. Bei herrlichstem Sonnenschein bot sich eine die gigantische Aussicht.

Der Montag stand im Zeichen der Seen. Vom Millstätter See ging die Fahrt über den Brennsee und Afritzer See in Oberkärnten vorbei am Ossiacher- zum Faaker- und schließlich den Wörthersee. Ein erster künstlerischer Höhepunkt wurde dabei in Treffen angesteuert. Man besichtigte dort Elli Riehls Puppenwelt mit 700 individuell mit Nadel und Faden gefertigte Stoffpuppen, die Szenen des ländlichen Lebens und der Arbeitswelt vor 50 Jahren darstellen.

Der nächste Höhepunkt bot sich auf dem Pyramidenkogel südlich des Wörthersees mit seinem sehr futuristisch anmutenden Aussichtsturm. Die Aussichtsplattformen ermöglichten einen einzigartigen Rundblick über die dortige Berg- und Seenlandschaft.

An der Wallfahrtskirche Maria Wörth wurde ein kurzer Halt gemacht, bevor man in Velden am Seeufer ein Eis essen oder einen Cappuccino mit herrlichem Blick auf See und Berge genießen konnte. Den Ausflugstag beschloss eine Schiffsrundfahrt auf dem Millstätter See, trotz seiner Tiefe von über 140 m nicht nur der tiefste, sondern auch der wärmste See Kärntens.

Am Dienstag war das Ziel Klagenfurt, die Hauptstadt Kärntens. Eine kundige Stadtführerin erläuterte geschichtliche Hintergründe und brachte den Zuhörern die Schönheiten der Stadt nahe. Mit Interesse wurde vor dem Stadthaus die Blumenuhr wahrgenommen, ein Geschenk aus Bayern, als die Bayerische Landesbank 2007 die Hypobank Alpe-Adria-kaufte. Bei der Besichtigung der Stadtpfarrkirche St. Egid erfuhren die Teilnehmer auch Einiges über die Auseinandersetzungen zwischen den in der Reformationszeit protestantisch gewordenen kärntnerischen Landständen und dem katholischen habsburgischen Landesherrn. Die Besichtigung des Lindwurmbrunnens am Neuen Platz, dem Wahrzeichens der Stadt, durfte natürlich nicht fehlen.

Auch stand der Besuch des Miniaturenparks „Minimundus“ auf dem Programm mit seinen 160 Modellen berühmter Bauwerke, Schiffe und Züge aus aller Welt. Ein einzigartiges Erlebnis dort war auch der Besuch des 4D-Kinos.

Der Abreisetag bescherte dann noch zwei weitere Höhepunkte. Bevor es über die Nockalmstraße mit ihren 52 Kehren und Höhen über 2.000 m ging, stand der Besuch des Bonsai-Museums in Seeboden auf dem Programm. Die Besucher empfing ein japanischer Garten von 15.000 qm, mit Hunderten von Bonsais in unterschiedlicher Größe. Der Besitzer selbst begeisterte die Gartler mit einem eindrucksvollen Vortrag zu Technik und Philosophie der Bonsai- und allgemeinen Gartenpflege.

Nach diesen „wunderschönen Tagen“, so Carol Baierl, bei denen auch das sonnige Spätsommerwetter seinen Anteil hatte,  kam man am Abend des Mittwochs reich an Eindrücken und wohlbehalten wieder in Hacklberg an.

Südfranzösische Impressionen

 

 

Pressebericht zur Jahres-Fahrt vom 20. -27.Mai 2019

 

 „Chapeau! Es war eine wunderschöne Zeit mit euch“ lobte die kommissarische Vorsitzende Carol Baierl die Teilnehmerinnen und Teilnehmern der diesjährigen Vereinsfahrt. Ziel war diesmal Südfrankreich. War der erste Übernachtungsstopp in Besancon noch von Wolken und Nieselregel geprägt, wurde es, je näher der Bus sich der Rhone entlang der Provence näherte, umso schöner und sonniger. Der weltberühmte Pont du Gard, präsentierte sich bei herrlichstem Sonnenschein.

Dann war Arles erreicht, die erste Hauptstation am Eingang in die Camargue. Am Rande der Altstadt in der Nähe der wichtigen Sightseeing -Punkte wurde Quartier für die kommenden zwei Tage bezogen. Von hier ging es mit einer kundigen Führerin zuerst ins elegante Nimes, wo schon die Kelten und die Römer eine bedeutende Handelsstadt errichtet hatten und vor 300 Jahren der erste öffentliche Park Frankreichs entstand. Selbstverständlich war neben diesem Park der  weltweit besterhaltenste römische Tempel, das sogenannte „Maison carrée“, Ziel der Besichtigung mit seinem modernen Gegenüber, dem Carrée d’Art, einem Museum für moderne Kunst, entworfen vom Architekten Norman Forster. Anschließend ging es dann nach Avignon, wo die Kaffeepause am Ufer der „Grand Rhone“ einen imposanten Blick auf die weltberühmte Silhouette zwischen St. Bénézet-Brücke und Päpstepalast eröffnete. In Arles standen neben den eindrucksvollen Relikten der Römerzeit auch zwei weitere bedeutende Stätten auf dem Programm. Sie erinnern insbesondere an einen der bedeutendsten und bekanntesten Begründer der modernen Malerei, an Vincent van Gogh, so das frühere Krankenhaus „Hotel Dieu“ und das sogenannte „Nachtcafè“ am Place du Forum (eigentlich „Cafèterrasse am Abend“).

Was wäre ein Camarguebesuch ohne Les-Saints-Marie-de -la-Mer, das sich gerade auf die berühmte Zigeunerwallfahrt am letzten Maiwochenende vorbereitete, und ohne die Stadt mit ihren alles überragenden Mauern an den „toten Wassern“, Aigues Mortes? Auch Flamingos, weiße Stiere und schwarze Pferde ließen sich, fast wie bestellt, immer wieder mal sehen.

Die nächste Etappe führte dann an die Cote d’Azur mit den weltbekannten Städten Cannes und Nice/Nizza. Zuvor wurde aber auf der Hinfahrt in Aix-en-Provence Station gemacht, mit ihrer imposanten Kathedrale, dem Rathaus mit den vier Krokodilen und den als Fußgängerzone renovierten „Cours Mirabeau“, der Flaniermeile der Stadt. Quartier wurde bezogen in den Hügeln von Nizza, in Valbonne, zwischen üppigem Grün. Da Grasse in der Nähe war, ließ man es sich nicht nehmen, der Parfum-Fabrik Fragonard  einen Besuch abzustatten. Ein Naturschauspiel besonderer Art bot auch die Besichtigung der Gorges de Loup mit ihren Wasserfällen. Höhepunkte waren zudem die Spaziergänge durch die mittelalterlichen Städte Èze und St.-Paul-de-Vence. Beherrschten sie früher ihr Umland, werden sie heute friedlich von Touristen aus aller Welt belagert.

Selbstverständlich stand auch Cagnes-sur Mer auf dem Programm. Die Partnerstadt Passaus hatte zu einem kleinen Empfang ins Museum Renoir eingeladen (Foto). Im Landhaus „Les Collettes“ dieses berühmten impressionistischen Künstlers wurde die Möglichkeit genutzt, neben ehemaliger Wohnstätte, Atelier und vielen Werken auch den weitläufigen Garten mit den uralten Olivenbäumen und dem schönen Blick auf „Haute-de-Cagnes“ mit dem Grimaldi-Schloß am Horizont zu besichtigen.

Nach den angenehmen sonnigen Tagen entließ uns die Cote d‘Azur am Sonntagmorgen mit Niesel und Nebel, sodass der Abschied nicht so schwer fiel. Mit einem Zwischenaufenthalt in der Nähe des Gardasees kam man mit vielen Eindrücken und ohne Zwischenfälle am späten Montagabend dank der ausgezeichneten Reiseleitung durch die Vorsitzende und der hervorragenden Betreuung durch  den erfahrenen Chauffeur des Reisebüros Niedermayer wohlbehalten wieder in Hacklberg an. (kf)

Im Regenwald des Ilztals

 

Ausflug Gartenbauverein 7.7.19 – Bericht

 

(kf) 20 neugierige und wanderfreudige Gartler aus Hacklberg waren der Einladung ihrer kommissarischen Vorsitzenden Carol Baierl gefolgt und fanden sich am Sonntag, dem 7. Juli 2019, vormittags vor der St.Brigida-Kirche in Preying/Tittling ein. Ziel war die Dießensteiner Leite und ihr einmaliges Naturpanorama. Zuvor zollte man aber der für die Gegend ebenfalls einmaligen spätgotischen Kirche und ihrer Patronin die nötige Aufmerksamkeit. Der kundige Kirchenpfleger erläuterte den Besuchern die Geschichte des Bauwerks, das im 15. Jahrhundert von Aldersbacher Prämonstratensern erbaut worden ist, nachdem im Zuge des boomenden Salzhandels zwischen Bayern und Böhmen auch die Bevölkerung entlang der Handelsrouten gewachsen war. Dazu gab er Begebenheiten aus dem Leben der in unserer Region selten verehrten Brigida von Kildare (Irland) zum Besten, die der Überlieferung zufolge im 6. Jahrhundert lebte und sich sehr zum Einen um Arme und zum Andern ums kranke Vieh gekümmert haben soll.

Unter kundiger Führung von Susanne Schmauß, einer ausgewiesenen Expertin in Sachen Ilztalflora und –fauna, ging es dann bei Regen, der eigentlich nicht eingeplant war, über ehemalige Transportwege („Güldene Steige“) hinunter ins Ilztal. Zuvor gedachte man an einem Marterl der Gefallenen, die im bayerisch-österreichischen Erbfolgekrieg 1742 ihr Leben lassen mussten, weil der bairische Kurfürst Max Emanuel seinerzeit nicht mit der österreichischen Thronerbin Maria Theresia einverstanden war. Man erklomm dann die Ruinenreste der ehemals wichtigen Grenz- und Mautveste Dießenstein, die für den bairischen Kurfürsten die Grenze zum (habsburgerfreundlichen) Hochstift und Bistum Passau sicherte und in jenem Krieg von den berüchtigten Panduren unter ihrem Führer Oberst Trenck erobert und geschleift worden war.

Der Weg führte anschließend die Leite hinunter zur Ilz, die dort über Felsen und jahrtausendealte Ausschwemmungen rauschte. Unter dem tropfnassen Blätterdach wähnte man sich geradezu im Regenwald vergangener Erdzeiten. Dann erreichte die Wandergruppe auf einem noch naturbelassenen Wandersteig den ehemaligen Mautübergang, wo man nun die Seiten wechselte und ins ehemalige „Bistum“ gelangte. Susanne Schmauß erläuterte, dass seinerzeit auch unterschiedliche Lebensbedingungen zwischen den „Bistümlern“ und den „Baiern“ bzw. den Untertanen der Grafen von Hals und später denen des Ritters Tuschl herrschten. So wurden die Bewohner östlich der Ilz schon beneidet, weil es ihnen materiell ein bisschen besser ging… Man erreichte schließlich zur späten Mittagszeit die Brücke beim Sägewerk Schneidermühl (ohne ‚e‘!), wechselte wieder hinüber auf die „bairische“ Seite, vom Landkreis FGR hinüber zum Landkreis PA, und erreichte Gasthaus und Hammerschmiede Schneidermühle. In der fürsorglich von der freundlichen Wirtin hergerichteten Hütte – im ursprünglich vorgesehenen Biergarten war es einfach zu nass und zu regnerisch – fanden die Wanderer eine gemütliche Unterkunft, wo man sich Getränke und Speisen schmecken ließ. Ein fröhliches „Prost“ auf die Gruppen- und Vereinsleitung sowie die Wanderführerin Susanne Schmauß durfte nicht fehlen.

Nach der ausgiebigen Mittagspause riss der Himmel auf und die Sonne begleitete die aufbrechende Gruppe. Bevor man sich auf den Rückweg machte stand noch die Besichtigung von Kunstschmiede und Schlosserei von Franz Alteneder  auf dem Programm. Der Chef selbst erläuterte einem aufmerksamen Publikum die Geschichte seines Betriebes, der aus einer Hammerschmiede hervorgegangen ist und den er nun in dritter Generation führt. So mancher Blick blieb an den geschmiedeten Rosetten, Zierblättern, Balkonstäben und Leuchten hängen…

Und dann galt es, die Talhänge wieder zu erklimmen und bergwärts die Brigida-Kirche anzusteuern. Bei einer sogenannten Biberrutsche, die den Pfad querte, bekamen die Wanderer von der kundigen Führerin einen ausführlichen Einblick ins Leben der Biber, die seit Jahrzehnten wieder das Ilztal bevölkern. Bevor es dann endgültig die letzten Kilometer den Berg hinauf ging, gab es noch eine letzte Verschnaufpause am Hof von Susanne Schmauß, hoch überm Ilztal mit einem weiten Blick hinüber in Richtung Wolfsteiner Land. Ihr selbstgeschleuderter Honig lockte einige zum Kauf. Nach rund sechs Stunden kam man trotz mancher körperlicher Herausforderung dankbar um einige Kenntnisse über Geschichte und Natur dieses Landstrichs reicher wieder bei St. Brigida an und trat die Heimfahrt an.

 

15.7.19