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Kreis spendiert "Baum des Jahres"

Erste Granatbirne symbolisch im Garten der Realschule Ortenburg gepflanzt

Zu Schaufel und Gießkanne griffen bei der Pflanzung des Baumes des Jahres, der Granat- oder Herbstblutbirne, im Garten der Evangelischen Realschule Ortenburg (v.l.) Kreisfachberaterin Gundula Hammerl, deren Kollege Josef Anetzberger, Schulleiterin Heide Hesse, Landrat Raimund Kneidinger, der Gartenbau-Kreisvorsitzende Josef Hirschenauer, Bürgermeister Stefan Lang, Altlandrat Franz Meyer und die Gartenbau-Ortsvorsitzende Brigitte Nömer. −Foto: Brunner

 

 

Ortenburg. Dank ihrer reich gesäten Streuobstwiesen und der weit zurückreichenden Most-Tradition ist die Marktgemeinde geradezu prädestiniert für die symbolische Pflanzung des Baumes des Jahres, die von der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege regelmäßig vorgenommen wird. Die Wahl als Standort fiel diesmal auf die idyllisch gelegene Evangelische Realschule. Mit dabei waren Vorstandsmitglieder aller Gartenbau-Ortsvereine im Landkreis, die wiederum in den Genuss von jeweils zwei Bäumchen kommen. "Wir werden ihn hegen und pflegen", versprach Schulleiterin Heide Hesse mit Blick auf die Granatbirne.
Die Sortenvielfaltsoll gefördert werden Die Sorte, die auch Herbstblutbirne genannt wird und exklusiv für den Landkreis ausgewählt worden ist, stellte Kreisfachberaterin Gundula Hammerl vor. Dieser Baum sei schon in der Zeit vor 1700 erwähnt worden. Die innen roten Früchte – daher rührt auch der Name – reifen zwischen Ende September und Anfang Oktober, ihre Genussreife erlangen sie demnach zwischen Ende Oktober und Anfang November. Die Evangelische Realschule sei deshalb als Schauplatz für die Aktion in Frage gekommen, weil die Ernte von den vielen Obstbäumen auf dem Gelände dort auch direkt vor Ort verwertet werde. "Diese Nutzung wollen wir auch unterstützen", erklärte Gundula Hammerl.

Die Förderung der Sortenvielfalt in der Region steht nach den Worten der Landratsamts-Mitarbeiterin im Mittelpunkt der alljährlichen Kampagne, in deren Verlauf nicht nur die Gartenbauvereine, sondern auch die Kommunen jeweils zwei Bäume zur Pflanzung gespendet bekommen. "Insgesamt sind es rund 200 Exemplare", unterstrich Kreisfachberaterin Gundula Hammerl, laut deren Aussage im kommenden Jahr wieder ein Standort im nördlichen Landkreis für die publikumswirksame Pflanzaktion des Baumes des Jahres ins Auge gefasst werden wird.

"Nutzt die Chance", rief der Vorsitzende des Kreisverbandes für Gartenkultur und Landespflege Passau, Josef Hirschenauer, den Delegationen der Gartler-Ortsvereine zu. Er wies darauf hin, dass Birnbäume weit mächtiger als Apfelbäume seien. "Das sind Naturdenkmäler", schwärmte der Verbandssprecher und äußerte die Hoffnung, dass die an der Evangelischen Realschule gepflanzte Granatbirne groß wird und reiche Früchte trägt. Hirschenauers weitere Empfehlung an die Vereine zielte darauf ab, auch in Corona-Zeiten das Vereinsleben so weit wie möglich zu pflegen.

Die Disziplin der Gartenbauvereine während der Corona-Pandemie lobte Landrat Raimund Kneidinger ausdrücklich. Er riet dazu, auch weiterhin nur das Nötige durchzuführen, um gegenseitige Rücksichtnahme zu signalisieren. In Erinnerung an viele schöne Veranstaltungen – darunter die alljährliche Aktion "Tag der offenen Gartentür" – zeigte sich der Landrat davon überzeugt, dass wieder schönere Zeiten kommen, und wünschte den Aktiven, weiterhin viel Freude in ihren Vereinen und an ihren Gärten zu haben.
Bürgermeister: "Jeder Baum ist gern gesehen" Den Begriff "Obstlandschaft Ortenburg" prägte der gastgebende Bürgermeister Stefan Lang, der sich besonders stolz auf die zentrumsnahen Streuobstwiesen und -gärten in seiner Kommune zeigte. Als Ziel rückte es Lang in den Mittelpunkt, zusammen mit den Obst- und Gartenbauvereinen die heimische Kulturlandschaft zu stärken. "Jeder Baum ist gern gesehen", hob der Bürgermeister hervor und drückte seinen Dank dafür aus, als Ort für die diesjährige Baumpflanzung auserkoren worden zu sein.

Über das ganze Gesicht strahlte Brigitte Nömer vom Ortenburger Verein für Gartenbau und Landespflege im Licht der Herbstsonne. Sie ließ die Umstehenden wissen, dass die Evangelische Realschule bereits seit über 25 Jahren Mitglied des Vereins und Ortenburg eine große Mostgegend sei. Die Ortsvorsitzende berichtete voller Stolz auch darüber, dass ein Vorstandsmitglied nach alter Tradition Most herstelle und zur Zeit der sogenannte Pipperlmost gefragt sei. Erstmals gebe es in diesem Jahr Most aus rein vereinseigenem Obst, weil man sehr viele Birnen ernten habe können. Kostproben durften die Teilnehmer anschließend zu kleinen Brotzeiten in der Aula der Realschule genießen.

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Bernhard Brunner