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Der Kreisverband und seine Entstehung
Die ersten, fachlich orientierten Zusammenschlüsse, mit dem Ziel, den heimischen Obst- und Gartenbau zu fördern, sind aus dem 19. Jhdt. bekannt. In den Archiven der Gemeinde Obernzell liegen Schriften ehemaliger Wegscheider Landrichter, die auf eine Verordnung der königlich-bayrischen Regierung aus dem Jahre 1826 hinweisen, die die Bildung von „Obstbaumzuchtförderungskommissionen“ zwingend vorsah. Danach waren „binnen 8 Tagen nach der Verordnung taugliche Individuen“ zu benennen, denen ein „schicklicher Grundplatz“ als Gelände für eine Obstbaumschule, sowie auf „Comunalkosten das von der Regierung empfohlene Buch „Anleitung zur Baumzucht“ zur Verfügung zu stellen sei. Der königlichen Verordnung folgend, fand de facto ein erster Zusammenschluß von Garten- und Obstbauinteressierten statt, der zurecht als Vorgängerorganisation der Gartenbauvereine angesehen werden muß. Ihm waren die gleichen Aufgaben gestellt, die die Nachfolgevereinigung, die Gartenbauvereine, ausübten.
Da am 23. April 1899 in Passau ein Zusammenschluß der Gartenbauvereine und der Imkervereine des „Bezirkes Passau“ stattfand, muss davon ausgegangen werden, dass in den 90-er Jahren des 19. Jhdt´s schon eine Reihe Ortsvereine bestanden haben.
Entsprechende örtliche Unterlagen bestätigen dies. Im 3. Reich wurden sämtliche Obstbauvereine in den Reichsnährstand eingegliedert, die Bezirksverbandsleitung ihrer Funktionen entledigt.
Nach Ausbruch des 2. Weltkrieges stellten viele Gartenbauvereine ihre Tätigkeit ein und erst 1947/48 waren erste Wiederbelebungen und Neugründungen möglich. Da ausreichend Interesse, insbesonders an der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse aus eigenem Anbau bestand, fanden die Gartenbauvereine in der Bevölkerung großen Zuspruch; was sich in der Anzahl der Ortsvereine und deren Mitgliederzahlen widerspiegelt. 1978 zählte der Kreisverband Passau immerhin schon 41 Ortsvereine mit 2963 Mitgliedern. Danach wuchs die Größe des Passauer Verbandes sprunghaft an.
Der harmonischen Zusammenarbeit zwischen der amtlichen Gartenfachberatung am Landratsamt und der Vorstandschaft des Kreisverbandes und einer konsequent verfolgten Verbandspolitik, die die Aktivität und die Selbständigkeit der Ortsvereine fördert, ist die Grundlage für eine positive Entwicklung des Verbandes, das ihn mit nunmehr 65 Ortsvereinen und über 15.000 Mitgliedern zum stärksten Kreisverband auf niederbayerischer Bezirksebene anwachsen ließ.